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Wissenswertes über Nacktschnecken
 
wissen-1.jpgAlle Hobbygärtner klagen nach der Niederschlagsperiode über böse Schneckenschäden im Garten. Beschreiben braucht man das Schadbild eigentlich nicht. So rigoros wie Schnecken raspeln keine anderen Tiere ganze Pflanzenteile ab oder große Löcher in die Blätter. Und die silbrige Spur des eingetrockneten Schleimes, auf dem die Schnecke zu der Pflanze "geschwommen" ist, verrät unverwechselbar den Übeltäter. Besonderen Schaden verursachen die unscheinbar grauen, nur wenig mehr als 1 cm langen gehäuselosen Nacktschnecken. Sie sind Zwitter mit (ausnahmsweiser) Selbstbefruchtung - das erklärt ihre schnelle und große Vermehrung.


Jede Schnecke legt immerhin über 100 Eier! Die jetzt abgelegten Eier überdauern an geschützten Stellen den Winter; die Jungschnecken werden mit der ersten Wärme in Mengen über unsere Frühjahrsblüher herfallen. Die bunten Gehäuseschnecken kriechen bei Regenwetter auf Bäume und Sträucher und fallen dann besonders auf; ihre Fraßschäden halten sich in der Regel aber in Grenzen.
 
wissen-2.jpgSchnecken bilden eine eigene Tierklasse (Gastropoda), deren Name (gaster = Bauch, podos = Fuß) daher rührt, dass ihre Bauch-seite mit einem muskulösen Auswuchs, dem sogenannten Fuß überzogen ist. Was aber diese Tiere für den Gartenbesitzer unangenehm macht, ist die Tatsache, dass Schne-cken eine Raspelzunge mit zahlreichen Zähnen zum Abschaben von Nahrung besitzen. Dazu kommt, dass die harten Zähnchen, wenn sie abgenutzt sind, vorne abgestoßen und hinten durch neue Zahnreihen ersetzt werden. Besonders ärgerlich ist diese Eigenschaft bei Schnecken, die als Nahrungsquelle vorwiegend lebende Pflanzen nutzen. Schnecken bestehen zu 85 % aus Wasser. Ihre Haut schützt sie kaum vor Feuchtigkeitsverlusten. Daher müssen sie sich in feuchten Winkeln verstecken.
 
Nachts und an regnerischen, trüben Tagen werden sie aktiv, fressen Löcher in die Blätter, fressen an Früchten, nagen die Stängel an und weiden frisch aufgelaufene oder gepflanzte Jungpflänzchen radikal ab.

wissen-3.jpgWenige Lebensräume sind so schneckenfreundlich wie Gartenanlagen. An wenigen Orten finden sich auf so engem Raum so günstige Lebens- und Vermehrungsbedingungen. Für reiche Nahrung ist gesorgt, es ist meistens feucht genug und die weiche Erde stellt für die Schnecken einen idealen Platz für die Eiablage dar. Damit können manche Schneckenarten im Garten zur großen Plage werden, denn für den Gartenbesitzer stellen sie einen Konkurrenten dar, der alle Mühe und Arbeit zunichte machen kann, oder schlicht und ergreifend zum Nahrungskonkurrenten wird. Nicht nur fressen die Schnecken die frischen Pflanzen an und hinterlassen Löcher in den Blättern.
 
Dank ihrer reichen Nachkommenschaft nehmen sie auch bald überhand und so auch die von ihnen verursachten Schäden. Eine besonders schädliche Schnecke in unseren Gärten ist die Spanische Wegschnecke, auch als Kapuzinerschnecke bezeichnet. Diese vormals auf der westlichen Iberischen Halbinsel beheimatete Nacktschnecke hat sich nach Osten nach Europa hinein ausgebreitet. Dank ihres Nachwuchses, der 400 Nachkommen pro Gelege betragen kann, wurden die einheimischen Wegschnecken stark zurück gedrängt. Nacktschnecken sind vielfach nachtaktiv und daher schwer zu finden, es sei denn, sie kriechen nach einem Regen auf dem Weg herum, der ihnen ihren Namen gegeben hat.
 
Jedoch sind es nicht nur die Wegschnecken, sondern oftmals auch kleinere Nacktschneckenarten, die durch besondere Gefräßigkeit auffallen. So mancher Hobbygärtner sah seine ersten Salatpflanzen über Nacht verschwinden. Schuld daran sind meist die nachtaktiven Schnecken. Das Wetter des letzten Winters mit seinen zu hohen Temperaturen und den vielen Niederschlägen im Frühjahr werden uns in einigen Gebieten eine Schneckenplage bescheren.
 
Aber nicht alle Schnecken sind auch wirklich Schädlinge. Weinbergschnecken gehören zu den gefährdeten Tierarten und vertilgen sogar die Eier anderer Schnecken. Schnirkelschnecken mit den gelben, geringelten Schneckenhäusern weiden meist nur Algen und Moose ab. Im Allgemeinen sorgen Schnecken vor allem für die Beseitigung alten organischen Materials im Garten.



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